Mitte Januar haben wir uns zu einer Stadtführung mit Hans A. Benthaus am Stadtkirchturm getroffen. Gleich an diesem Ort tauchten wir ein in die Geschichte unserer Stadt. Diese Geschichte beginnt im Mai des Jahres 1248. Allerdings war der Gießener Raum schon in frühgeschichtlicher Zeit besiedelt. In einer Urkunde von 775 wird belegt, daß es Wieseck, Ursenheim und Selters gab. Um 1197 taucht der Name Gießen zum ersten mal in einer Urkunde auf: Salome, Gräfin von Giezzen. Sie war die Witwe des Grafen Wilhelm von Gleiberg, der „in den Giezzen" um 1151 eine Burg gebaut hatte, die zum Witwensitz der Gräfin wurde.
Diese Burg befand sich hinter dem heutigen Stadtkirchenturm.
Der Name „zu den Giezzen" Gießen bedeutet Bäche, fließendes Wasser. Es handelt sich um Wasser der Wieseck, die sich durch das sumpfige Gießener Becken ihren Weg zur Lahn suchte und dabei zahlreiche Rinnsale bildete.
Im Burgmannenhaus, dem ältesten Haus der Stadt, steht ein Modell von Gießen wie es vor der Zerstörung 1944 ausgesehen hat. An Schaubilder kann man erkennen das Gießen 1759 mit einer Befestigungsanlage umgeben war. Der heutige Anlagenring markiert diese Anlage. Das heißt, 1759 stand die Stadt nur innerhalb dieser Befestigungsanlage. Erst zwischen 1805 und 1810 wurden die Festungswerke geschleift und der Kranz der Grünanlagen an Ihrer Stelle um die Stadt gezogen.
Hans führte uns an verschiedene Stellen der Stadt um uns die Geschichte von Gebäuden näher zu bringen. Leider verging die Zeit wie im Fluge. Im Gasthaus „Alt Gießen" haben wir diesen interessanten Tag ausklingen lassen.